Mehr als 11 Millionen Euro Schaden durch Wirtschaftsbetrug
Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen Geschäftsführer
Das Landeskriminalamt Thüringen ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen einen Verantwortlichen eines mittelständigen Thüringer Unternehmens in Ostthüringen.
Der ehemalige Geschäftsführer soll nach gegenwärtigem Ermittlungsstand seine Mitarbeiter angewiesen haben, fingierte Rechnungen zu erstellen und an Factoringgesellschaften zu verkaufen. Unter Factoring versteht man den Ankauf und die Verwertung von bestehenden Forderungen. Die Mitarbeiter mussten über mehrere Jahre hinweg Scheinrechnungen im zweistelligen Millionenbereich erstellen. Damit der Verkauf an die Finanzunternehmen den Wirtschaftsprüfern nicht auffiel, wurden die gesamte Buchhaltung sowie Kontoauszüge und Schecks gefälscht. Dies machte es den geschädigten Factoringunternehmen nahezu unmöglich, den Betrug rechtzeitig zu erkennen. Darüber hinaus konnte die Thüringer Firma mit Hilfe der gefälschten Bilanzen zwei Großinvestoren gewinnen, die mehrere Millionen Euro für das bereits in Zahlungsschwierigkeiten befindliche Unternehmen zur Verfügung stellten.
Der gegenwärtig ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 11 Millionen Euro.
Am vergangenen Montag führte das Landeskriminalamt Thüringen eine länderübergreifende Durchsuchungsmaßnahme durch. Im Ergebnis der Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel, darunter ein Computer, beschlagnahmt. Die sichergestellten Beweismittel bedürfen einer umfangreichen Auswertung.
Aus ermittlungstaktischen Gründen können zum gegenwärtigen Zeitpunkt vom LKA Thüringen und der Staatsanwaltschaft Mühlhausen keine weiteren Angaben gemacht werden.
Nachricht vom 22.7.09 16:41









